Am nächsten Morgen nehmen wir den
Shuttle-Bus schon um 8 Uhr, Frühstück wieder in dem kleinen
Coffeeshop, dann geht es mit der Subway zum Times Square. Zwischen
dem Broadway und er Seventh Avenue brennt die Luft, eine
Menschenmenge wogt hier zwischen den Geschäften, den Theatern,
Restaurants und Fast-Food-Ketten. Es ist schon sehr eindrucksvoll.
Mitte der 70er gab es hier Prostituierte, Drogendealer, Verbrecher
und machten ihre Geschäfte.
Der Times Square galt als eines der
gefährlichsten Viertel. Auch heute hält man besser seine Tasche
fest, aber so gefährlich wie früher einmal ist es längst nicht
mehr. Berühmt sind auch die Silvesterfeiern, die hier stattfinden,
es treffen sich ca. 1 Million Menschen und feiern das neue Jahr.
Keine Ahnung, ob ich das als Spaß empfinden würde.
Wir haben schon von zu Hause aus einen
New York Explorer Pass gekauft und nehmen nun den
Hopp-On-Hopp-Off-Bus in Anspruch. Es ist mächtig kalt oben im Bus
und wir sind froh, dass wir am Washington Square mitten im Greenwich
Village wieder aussteigen können. Hier war einst die Heimat von
Künstlern wie Edgar Allan Poe bis zu Dylan Thomas, Jimi Hendrix und
Bob Dylan. Hier wird es besonders deutlich, dass wir eigentlich einen
Monat zu früh hier sind, im April oder Mai ist die Atmosphäre
deutlich schöner, die Menschen halten sich in den Parks auf, sitzen
draußen, es ist einfach bunter und schöner. What else? Washington
Square ist auch so ein Erlebnis, heute zum Beispiel sitzt hier ein
junger Mann mit seinem Klavier.
Ja, ganz recht: er hat sein Klavier
auf den Platz geschoben und unterhält uns mit seinem Spiel.
Travestie-Show gibt es unentgeltlich dazu, dann noch Fotoshootings,
insgesamt also doch interessant und auf jeder Bank sitzen Menschen.
Die kleine Seitenstraße, die mich immer so begeistert hat, sieht
ohne die Blumenampeln und die hübsch bepflanzten Vorgärten auch
nicht so schön aus, aber man kann sich schon vorstellen, dass man
hier ruhig und gepflegt wohnen kann.
Weiter spazieren wir durch
Greenwich Village, inzwischen haben wir ein wenig Hunger und so
betreten wir ein kleines feines Restaurant, das Raouls. Hier gibt es
lt. Kellner den „besten Burger Amerikas“. Auf der Karte sehen
wir, dass es wahrscheinlich der teuerste Burger ist, aber ist er auch
der Beste? Ja, indeed, er ist wirklich total lecker und wir genießen
unsere Mahlzeit.
Auf unserem weiteren Weg sehen wir einige
Secound-Hand-Designershops. Leider so teuer, dass wir uns das
Täschchen für 900 Dollar verkneifen und statt dessen langsam weiter
durch das Viertel gehen. Eine Gruppe schwarzer Musiker geben ein
Ständchen für die Passanten, Acapella und wirklich toll. Schönes
Soul-Feeling.
Weiter geht’s den Broadway runter bis
zum One World Trade Tower, ursprünglich Freedom-Tower genannt. Er
ist das höchste Gebäude in New York. Mit den reflektierenden
Fenstern ist er wirklich eindrucksvoll und auch die Wasserbecken, die
in der Größe der ursprünglich hier gebauten Twintowers hier stehen
sind beeindruckend. Der Name Freedom-Tower würde nach Meinung der
Regierung zu sehr an das schreckliche Ereignis vom 11. September
erinnern und so ist der Name One World Trade Tower inzwischen
etabliert.
Die neue Subway-Station an dieser Stelle ist gerade
eröffnet worden. Das Gebäude ist entgegen der Planung teurer
geworden als der Turm, nämlich mehr als 4 Milliarden Dollar. Der
spanische Designer Calatrava hat hier eine große Idee umgesetzt,
ohne Rücksicht auf das Geld.
Es ist allerdings wirklich
eindrucksvoll, wir sehen nur Marmor in grau-weiß und eine tolle
Halle ohne Säulen, also freitragend, wirklich sehr beeindruckend.
Wir erwischen einen Bus, auch eine
schöne Möglichkeit, durch Manhattan zu fahren, man sieht einfach
mehr. Wir landen am Time-Square in der Dunkelheit und es ist wirklich
sehr beeindruckend.
Dann geht es per Subway zurück zur
Lexington, Shuttle zum Hotel, ein Sandwich, Bier und Wein auf dem
Hotelzimmer, schlafen.
Das Beste des heutigen Tages für mich:
schwer zu sagen, es war einfach sehr viel, was wir gesehen haben.
Aber letztlich ist für mich doch der Washington-Square das Schönste.