Montag, 28. März 2016

Donnerstag, 17. März


Es geht mal wieder nach New York, in die Stadt, die niemals schläft. Wir sind zu viert, Helga, ihr Mann Peter und natürlich Peter und ich, die wir ein wenig als Fremdenführer tätig sein wollen.




Wir sind schließlich zum vierten Mal in dieser Stadt. Allerdings unterscheidet sich unser erster Aufenthalt, 1976, ganz erheblich von den Aufenthalten in 2009 und 2012. Heute ist diese Stadt sicher und der Urlaub dort ist weitgehend ungefährlich. 1976 war das ganz anders, damals durften wir einige Stadtviertel gar nicht betreten und man musste schon sehr auf sich und sein Eigentum aufpassen. Die Rassenunruhen waren überall präsent und zumindest ich hatte kein Interesse, diesen Aufenthalt zu wiederholen. Das hat sich geändert, heute bin ich jederzeit bereit, New York zu besuchen und man kann immer wieder neues und anderes entdecken.

Wir fahren per Auto nach Düsseldorf, übernachten dort in einem netten und schön ausgestatteten Hotel, dem Hotel Motel One. Nach dem Frühstück gehen wir rüber zum Bahnhof und fahren mit der Bahn zum Frankfurter Flughafen, um dort nach Newark zu starten. Der Flug verläuft ruhig und sogar Helga, die mächtig Respekt vor dem langen Flug hatte, entspannt sich. Der Flughafen ist ungefähr eine Stunde Fahrzeit von unserem Hotel in Queens entfernt. Das Hotel liegt in einer ruhigen Gegend gegenüber von Manhattan und wir haben in unseren Zimmern im 10. bzw. im 11. Stockwerk einen atemberaubenden Blick auf die Skyline. Nach einem kleinen Imbiss im Hotel fallen wir müde ins Bett. Als es dunkel wird, ist der Anblick wirklich besonders eindrucksvoll und wir überlegen ernsthaft, die Betten umzustellen, um so eine Nacht lang diesen Blick vom Bett aus genießen zu können.
Das Beste des heutigen Tages für mich: Der nächtliche Blick auf Manhattan




Freitag, 18. März

Am nächsten Morgen nehmen wir den Shuttle-Bus nach Manhattan. Das Z-Hotel hat einige Vorzüge, es ist sehr viel günstiger als die Hotels in Manhattan, bietet seinen Gästen freies Wlan, freies Telefonieren auch nach Europa, den Shuttle-Bus (braucht ungefähr 15 Minuten über die Ed-Koch-Queensborough-Bridge bis nach Manhattan und fährt jede Stunde) sowie natürlich diesen wunderbaren Blick, da die Fenster alle in eine Richtung ausgerichtet sind.

Wir finden einen kleinen Coffeeshop und leisten uns ein tolles Frühstück, wie üblich mit vielen Eiern, Ham und Bacon.

Wir schlendern durch die 5th Avenue mit ihren schönen und sündhaft teuren Geschäften. Dann geht es entlang des Central Parks bis zum Columbus-Circle. Ein großer Platz – gebaut zu Ehren von Christoph Kolumbus - mit einer Marmor-Statue. Den Fuß bildet ein Engel, der einen Globus hält. Dies ist der offizielle Messpunkt, von dem aus sämtliche Distanzen von und nach New York City berechnet werden.


In einer Shoppingmall bestaunen wir die tollen Waren, die man dort anbietet. Wenn es möglich wäre, würde ich hier das schönste Geschirr kaufen. Leider muss ich mich von der Idee verabschieden, der Transport wäre doch wohl zu aufwendig. Schade.

Wir gehen die paar Schritte weiter zum Hudson-Hotel. Hier haben wir 2012 übernachtet. Ein junges Mädchen am Empfang bedauert sehr, dass wir die Dachterrasse nicht sehen können, hier wird gerade renoviert. Schade, die Aussicht von hier war wirklich toll. Zum Trost zeigt sie uns eines der Zimmer, sehr schön, sehr klein und fast dreimal so teuer wie unser Hotel auf der anderen Seite.

Es geht weiter durch den Central Park bis zum Historischen Museum. Hier wurden die Filme „Nachts im Museum“ mit Adam Sandler gedreht. Im Eingangsbereich stehen auch schon zwei große Saurierskelette.


Ein kleines Stück zurück steht das Dakotahaus. Hier hat der unvergessliche John Lennon gelebt und ist ja auch am 8. Dezember 1980 dort erschossen worden. Das Haus ist eingerüstet und wird wohl gerade restauriert.
Vor dem Eingangsbereich stehen uniformierte Türsteher und passen auf, dass niemand unbefugt das Haus betritt. Gegenüber im Park befindet sich die Gedenkstätte Strawberry Fields, von Yoko Ono gestaltet. Dort versammeln sich auch heute noch die Fans von Lennon und gedenken seiner.



Mit der Subway fahren wir zur Pennsylvania Station, ein wunderbares Gebäude aus rosa Granit, mit Säulen griechisch-römischen Stils. Riesengroß, wir müssen uns erst mal orientieren, aber die Beschilderung ist eigentlich sehr gut und wir finden (fast) immer den richtigen Zug. Wir lassen uns treiben, schlendern durch Macy´s und zurück zur Lexington Avenue. Hier fährt auch der Shuttle-Bus. Bevor wir einsteigen, gehen wir noch in einen Harley-Davidson-Laden. Peter gerät hier in einen mittleren Kaufrausch und wir verlassen mit großer Tüte das Geschäft.


Kurze Ruhepause im Hotel, danach finden wir einen kleinen Pub im amerikanischen Stil. Hier gibt es Bier, Wein und sehr viel Fleisch. Im Zimmer nehmen wir dann noch einen kleinen Absacker, Lagebesprechung: was machen wir morgen? Dann fallen wir in einen Tiefschlaf. Die Füße schlafen allerdings erst etwas später ein.


Das Beste des heutigen Tages für mich: Spaziergang entlang des Central Parks, der grünen Lunge dieser Stadt mit den Pferdekutschen, den Joggern und Spaziergängern

Samstag, 19. März


Am nächsten Morgen nehmen wir den Shuttle-Bus schon um 8 Uhr, Frühstück wieder in dem kleinen Coffeeshop, dann geht es mit der Subway zum Times Square. Zwischen dem Broadway und er Seventh Avenue brennt die Luft, eine Menschenmenge wogt hier zwischen den Geschäften, den Theatern, Restaurants und Fast-Food-Ketten. Es ist schon sehr eindrucksvoll. Mitte der 70er gab es hier Prostituierte, Drogendealer, Verbrecher und machten ihre Geschäfte.




Der Times Square galt als eines der gefährlichsten Viertel. Auch heute hält man besser seine Tasche fest, aber so gefährlich wie früher einmal ist es längst nicht mehr. Berühmt sind auch die Silvesterfeiern, die hier stattfinden, es treffen sich ca. 1 Million Menschen und feiern das neue Jahr. Keine Ahnung, ob ich das als Spaß empfinden würde.


Wir haben schon von zu Hause aus einen New York Explorer Pass gekauft und nehmen nun den Hopp-On-Hopp-Off-Bus in Anspruch. Es ist mächtig kalt oben im Bus und wir sind froh, dass wir am Washington Square mitten im Greenwich Village wieder aussteigen können. Hier war einst die Heimat von Künstlern wie Edgar Allan Poe bis zu Dylan Thomas, Jimi Hendrix und Bob Dylan. Hier wird es besonders deutlich, dass wir eigentlich einen Monat zu früh hier sind, im April oder Mai ist die Atmosphäre deutlich schöner, die Menschen halten sich in den Parks auf, sitzen draußen, es ist einfach bunter und schöner. What else? Washington Square ist auch so ein Erlebnis, heute zum Beispiel sitzt hier ein junger Mann mit seinem Klavier.


Ja, ganz recht: er hat sein Klavier auf den Platz geschoben und unterhält uns mit seinem Spiel. Travestie-Show gibt es unentgeltlich dazu, dann noch Fotoshootings, insgesamt also doch interessant und auf jeder Bank sitzen Menschen. Die kleine Seitenstraße, die mich immer so begeistert hat, sieht ohne die Blumenampeln und die hübsch bepflanzten Vorgärten auch nicht so schön aus, aber man kann sich schon vorstellen, dass man hier ruhig und gepflegt wohnen kann.

Weiter spazieren wir durch Greenwich Village, inzwischen haben wir ein wenig Hunger und so betreten wir ein kleines feines Restaurant, das Raouls. Hier gibt es lt. Kellner den „besten Burger Amerikas“. Auf der Karte sehen wir, dass es wahrscheinlich der teuerste Burger ist, aber ist er auch der Beste? Ja, indeed, er ist wirklich total lecker und wir genießen unsere Mahlzeit.



Auf unserem weiteren Weg sehen wir einige Secound-Hand-Designershops. Leider so teuer, dass wir uns das Täschchen für 900 Dollar verkneifen und statt dessen langsam weiter durch das Viertel gehen. Eine Gruppe schwarzer Musiker geben ein Ständchen für die Passanten, Acapella und wirklich toll. Schönes Soul-Feeling.


Weiter geht’s den Broadway runter bis zum One World Trade Tower, ursprünglich Freedom-Tower genannt. Er ist das höchste Gebäude in New York. Mit den reflektierenden Fenstern ist er wirklich eindrucksvoll und auch die Wasserbecken, die in der Größe der ursprünglich hier gebauten Twintowers hier stehen sind beeindruckend. Der Name Freedom-Tower würde nach Meinung der Regierung zu sehr an das schreckliche Ereignis vom 11. September erinnern und so ist der Name One World Trade Tower inzwischen etabliert.




Die neue Subway-Station an dieser Stelle ist gerade eröffnet worden. Das Gebäude ist entgegen der Planung teurer geworden als der Turm, nämlich mehr als 4 Milliarden Dollar. Der spanische Designer Calatrava hat hier eine große Idee umgesetzt, ohne Rücksicht auf das Geld.


Es ist allerdings wirklich eindrucksvoll, wir sehen nur Marmor in grau-weiß und eine tolle Halle ohne Säulen, also freitragend, wirklich sehr beeindruckend.






Wir erwischen einen Bus, auch eine schöne Möglichkeit, durch Manhattan zu fahren, man sieht einfach mehr. Wir landen am Time-Square in der Dunkelheit und es ist wirklich sehr beeindruckend.
Dann geht es per Subway zurück zur Lexington, Shuttle zum Hotel, ein Sandwich, Bier und Wein auf dem Hotelzimmer, schlafen.

Das Beste des heutigen Tages für mich: schwer zu sagen, es war einfach sehr viel, was wir gesehen haben. Aber letztlich ist für mich doch der Washington-Square das Schönste.

Sonntag, 20. März


Wir stehen früh auf und steigen zwei Straßen weiter in die Subway, umsteigen und dann sind wir mitten in Harlem. Angenehme Wohngegend, sehr viele Kirchen in der Nähe. Wir frühstücken sehr gut in einem schönen Restaurant. Gut, aber auch sehr teuer. Dann gehen wir in eine Kirche, der Wilhelmshavener Pastor Moritz hat uns die Adresse gegeben er war schon mit einer Reisegruppe hier. Zunächst erhalten wir an der Tür einen Umschlag mit der Bitte um eine Kollekte. OK, das erledigen wir. Drinnen sitzen schon einige sehr elegant gekleidete Schwarze, Kostüm und Hut sind Standard, das Outfit ist überwiegend sehr bunt.

Uns wird ein Platz zugewiesen, dann füllt sich langsam die Kirche, hinter uns reihen sich weiß gekleidete Frauen auf, vor uns sehen wir den Chor, der sich langsam formiert und anfängt zu singen. „Halleluja, praise the Lord, Halleluja.“ In den Reihen stehen einzelne Leute auf und rufen: „Halleluja“. Alle singen mit, neben uns sitzt eine Frau mit einem Tamborin, singt und schlägt ihr Instrument, niemand stört sich daran. Es wird mit Inbrunst gesungen, nicht nur die Chormitglieder sondern auch die anderen Leute geben alles. Es lässt sich nicht vermeiden, man ist total gefangen in diesem Erlebnis, es rührt einen total an, unsere Augen werden feucht. Selten hat man gesehen, wie Menschen in ihrem Glauben so fest verhaftet sind. Ein wirklich tolles Erlebnis, wir können nur jedem Reisenden empfehlen, sich so etwas anzusehen.
Wir machen einen kleinen Gang durch Harlem, ich finde einen Schuhladen und muss wirklich was Neues probieren, denn meine Füße machen mir zunehmend Probleme und wir wollen ja noch einiges sehen in NY. Also neue Schuhe, ob das nun besser wird, wird man sehen. Danach muss es noch ein Kaffee sein. Leider landen wir dabei in einem schlimmen Drecksloch von Mc Doof.
Weiter geht es zum Moma, ein Wunsch von mir, insbesondere interessieren mich die Design-Exponate aus den 60ern und 70ern Jahren. Die aktuelle Ausstellung befasst sich mit den Arbeiten des Belgiers Marcel Broodthaers, einem frühen Multimediatalent und besteht aus Texten, Fotografien, Objekten und Filmen. Dann kommen natürlich die wunderbaren Bilder der ständigen Ausstellung: Edward Munchs „Der Sturm“, düster und beeindruckend. Drei riesige Seebilder von Monet haben einen eigenen Raum bekommen. Steht man in der Mitte des Raums, schwimmt man in grün-blau-türkis-gelb-Tönen.


Ohne Monet keinen van Gogh: der Sternenhimmel, ein wunderschönes Bild und es ist ein Erlebnis, das Original zu sehen. Man hat den Eindruck, hinter der Leinwand sitzen winzigkleine Wesen, die mit winzigkleinen Scheinwerfern Licht nach draußen schicken.



Und dann geht man um eine Ecke und es flüstert überall im Raum: „Frida, Frida“. Eines ihrer Selbstbildnisse hängt hier und ist in seiner Ausdruckskraft wirklich beeindruckend. Starke Frau, Kämpferin und Frauenrechtlerin und dabei so verletzlich. Ich bedaure, dass meine Tochter nicht hier sein kann. Ihre Sachkenntnis und Interpretationskunst wäre jetzt gefragt. Mit ihr möchte ich mich mal eine Nacht hier einschließen lassen.



Für den Moma-Design-Store bleibt nicht mehr genug Zeit. Wir nehmen den Shuttle ins Hotel, legen eine kleine Pause ein, machen uns dann wieder auf nach Manhattan und essen bei einem kleinen Italiener. Auf dem Rückweg schneit es dicke Flocken und das geht die ganze Nacht so. New York im März.



Das Beste des heutigen Tages für mich: Kann mich nicht entscheiden zwischen Kirchenbesuch und Moma. Beides Highlights

Montag, 21. März


Frühstück im Hotel. Beim Anblick meiner Füße entscheide ich: Ich steige erst heute Nachmittag wieder ein und gönne mir eine Pause.

Die anderen machen sich auf den Weg zur Freiheits-Statue.
Das bekannteste Wahrzeichen von New York wurde als Zeichen der Freiheit und Unabhängigkeit 1886 errichtet und war ein Geschenk von Frankreich an Amerika. Zudem sollte die Freiheitsstatue die Hoffnung symbolisieren. Auf der kurzen Schiffsfahrt hat man einen tollen Blick auf die Skyline von Manhattan. Auf der Ellis Island, einer kleineren Insel, befindet sich das Einwanderermuseum.


Jeder Immigrant musste zunächst einmal auf diese Insel, bevor er nach Amerika einreisen durfte. Heute werden dort einige Filme und Dokumentationen zur Einwandererkultur von Amerika gezeigt.





Nach ihrer Seefahrt sehen sich die drei noch in einem großen Kaufhaus um und fahren dann – nach einigen Versuchen, in die Subway zu kommen (hier kommt ja längst nicht jeder rein!) – rüber ins Hotel. Meine Füße haben sich inzwischen einigermaßen erholt und murren nur noch ein klein wenig.



Am Abend sind wir verabredet mit Doug und Jean. Peter und Doug verbindet seit einigen Jahren ein Chat, in dem es um ihr gemeinsames Interesse an den Beatles geht. Als feststand, dass wir nach New York reisen, war die Idee geboren, sich auch mal persönlich zu treffen. Viel wissen wir nicht von den beiden, lediglich das beide durch Krankheiten gebeutelt sind. Jean sitzt sogar im Rollstuhl, da sie durch ihre Zuckerkrankheit bereits starke Nervenschmerzen hat.


Wir fahren los und besuchen zunächst einen großen Harley Shop in Queens. Viele tolle Motorräder und auch alles andere wie T-Shirts, Jacken, Hosen und Zubehör bekommen wir zu sehen. Der Harley-Peter ist kaum noch ansprechbar, rafft alles mögliche zusammen und befindet sich eindeutig im Kaufrausch. Ich dachte immer, das haben nur Frauen in Schuhgeschäften.


Mit großer Einkaufstüte geht es zum Restaurant Qutback, uns noch von unserem vorletzten Aufenthalt in Erinnerung. An der Eingangstür steht ein Rollstuhl mit einer Frau, in der Tür kommt uns schon Doug entgegen, ein älterer Mann, man muss leider sagen, etwas ungepflegt, mit riesigen Schuhen, die seine durch einen Unfall entstellten Füße bedecken. Joan trägt eine Perücke und eine riesige Sonnenbrille, die sie auch nicht ablegt. So ist nur wenig von ihr zu sehen. Wir nehmen einen Tisch und Peter und Doug unterhalten sich über ihr gemeinsames Hobby. Wir bestellen, Joan bekommt einen großen Teller voll Pommes Frites mit Käse und Eiern, danach noch ein Hauptgericht.


Fassungslos sehen wir zu, wie sie alles in sich hinein schaufelt. Dann kommt uns langsam die Erkenntnis: die beiden haben einfach sehr großen Hunger und wir bezweifeln, dass sie sich eine solche Mahlzeit öfter mal leisten. Im Gespräch kommt dann noch heraus, dass die beiden mit 15 Katzen zusammen in einer kleinen Wohnung leben. Die Krankheitsfälle sowohl von Doug als auch von Joan haben sie scheinbar verarmen lassen. In der Diskussion allerdings macht Doug keinen Hehl daraus, dass er Obama als Präsidenten nicht will und Donald Trump favorisiert, weil dieser angeblich mehr Sachverstand in finanziellen Dingen habe. Es ist zum Verzweifeln und wir verstehen alle nicht, wieso sich die Leute nicht für eine vernünftige Sozialversicherung entscheiden.

Doug bedankt sich sehr herzlich für die Einladung und wir verabschieden uns. Es fällt mir ein wenig schwer, diese Begegnung zu analysieren. Mitleid aber auch Wut über diese eingeschränkte Sichtweise halten sich die Waage.

Das Beste des heutigen Tages für mich: ??

Dienstag, 22. März


Frühstück eine Straße weiter bei Aunt Rosie, sehr gut und günstig, eine Entdeckung und wir bleiben Rosie treu bis zum Ende der Reise.



Mit der Subway fahren wir nach Williamsburg, schlendern durch den Stadtteil bis ans Wasser. Viele orthodoxe Juden laufen hier in ihren schwarzen Mänteln und mit ihren Schläfenlocken herum.




Wir sehen schöne kleine Geschäfte, unter anderem eine Kaffeerösterei, in der Studenten sitzen, ihren Kaffee genießen und an ihrem Laptop arbeiten. Ganz besonders wichtig ist allerdings, dass wir auch ein Geschäft finden, dass uns Pflaster verkauft. Von da an geht’s bergauf, ich kann wieder einigermaßen laufen. Wir entscheiden uns, jetzt mal den Bus zu nehmen, so sieht man von New York am meisten und kommt auch zu seinem Ziel. Unsere 7-Tage-Subway-Karte kann man auch für Busfahrten nutzen und so kommen wir nach längerer interessanter Fahrt in die Nähe der Brooklyn-Bridge. Vor dem Marsch über die Brücke leisten wir uns nochmal Kaffee und Kuchen.

Dann geht es los. Man sagt ja, jeder New York Besucher sollte einmal von Brooklyn nach Manhattan über die Brooklyn-Bridge gelaufen sein, und so ist es kein Wunder, wenn jedes Jahr mehrere Millionen Menschen den Weg über diese schöne Brücke nehmen.
Der Blick von hier auf Manhattan und seine schönen Bauten ist wirklich einmalig.

Auf der anderen Seite unterhält eine Gruppe von Artisten die Menschen. Unglaublich, welche turnerischen und tänzerischen Fähigkeiten diese Jungs haben.






Weiter per Bus geht es nach Chinatown, wir kaufen ein paar Tücher und bestaunen die Läden, in denen es Gewürze, Pekingenten und die tollsten Gemüsesorten gibt. Es ist tatsächlich auch heute noch so, das lediglich 50% der Bewohner von Chinatown englisch sprechen. Auch die Verkehrs- und Werbeschilder sind in chinesischer Sprache gehalten. Übergangslos erreichen wir Little Italy und sehen vor uns einen witzigen Laden. Hier gibt es Reispuddinge in den verschiedensten Geschmacksrichtungen. Sehr skurril und Peter kann nicht widerstehen. Sein Pudding ist wirklich lecker.



Mit der Subway zurück zu unserem Bus-Stopp. Als wir die Treppe hochkommen, sehen wir gerade noch den Bus wegfahren. Ich sprinte los und tatsächlich kann ich den Bus an der Ecke noch anhalten. Ein sicheres Zeichen, dass meine Füße wieder einsetzbar sind.






Nach einer kurzen Ruhepause im Hotel machen wir uns auf zum Empire-State-Building, das zu den bekanntesten Wahrzeichen dieser Stadt gehört. Mit 443 m ist es eines der höchsten Bauwerke der Welt. Durch den Kauf unseres Explorerpasses haben wir die Eintrittskarten schon gekauft, dennoch müssen wir uns anstellen und werden langsam in Richtung der Fahrstühle geleitet. Die Aktion dauert fast eine Stunde, doch dann ist es soweit. Wir fahren in den 86. Stock und sehen New York von oben, beleuchtet und wunderschön. So weit man sehen kann, bunte Lichter und man bekommt einen Eindruck davon, wie riesengroß diese Stadt ist.


An diesem Tag fanden in Brüssel diese entsetzlichen Anschläge statt und die Nachrichten in Amerika hatten fast kein anderes Thema. Es ist nur selbstverständlich, dass mir ein wenig mulmig ist bei diesem Ausflug. Es sind schließlich schon einmal Flugzeuge in Hochhäuser gerast und man sagt, dass die Terroristen sich Orte aussuchen, an denen sich viele Menschen aufhalten. Nun, es ist alles gut gegangen und wir sind wohlbehalten wieder auf dem Erdboden.









Entspannt laufen wir zur Grand Central Station. Ein wunderschönes Gebäude. Hier verkehren täglich hunderte von Zügen auf 60 Gleisen. Die Station hat 40 Bahnsteige und man hat schon Mühe, sich zurecht zu finden. Wir bestaunen den wunderschönen Sternenhimmel an der Decke der Grand Central Station, aber uns fallen auch die vielen Polizisten auf, das ist wohl dem Terroranschlag in Brüssel geschuldet.






Mit einem Essen bei dem uns schon bekannten Italiener beenden wir den Tag.


Das Beste des heutigen Tages für mich: Der Gang über die Brooklyn-Bridge

Mittwoch, 23. März


Frühstück bei Rosie, dann per Subway zum Meatpacking District. Zunächst besuchen wir den Chelsea Market, ein echter Geheimtipp. Eine alte Fabrikhalle wird hier genutzt als Einkaufszentrum, Fischhalle, Restaurant, Marktplatz und bietet Platz für Designer, die ihre Waren hier ausstellen und verkaufen.

Sehr stimmig, ein Besuch lohnt sich wirklich, wir sehen wunderschöne Dinge und könnten uns auch vorstellen, hier zu essen und einzukaufen. Wir alle denken natürlich sofort an unsere Südzentrale, ein noch viel schöneres Industriegebäude, was hätte man doch Schönes schaffen können mit ein wenig Phantasie und Mut.



Der Charakter des Meatpacking Districts ist immer noch von industriellen Bauten geprägt. Hier gab es früher die Fleischproduktionsstätten von New York. Heute ist das Viertel ein Touristenmagnet, hat etliche Restaurants und Clubs und nicht zuletzt die High Line, eine von 1932 bis 1980 genutzte Hochbahntrasse, trägt zur Attraktivität des Viertels bei.




Hier hat man zunächst als Privatinitiative und dann mit öffentlichen Mitteln eine Parkanlage gebaut. So nehmen auch wir den Elevator und betreten die High Line. Wir schlendern auf den Holzbalken entlang und können uns gut vorstellen, wie toll es im Sommer hier sein muss.






Dann bummeln wir die 8. Avenue entlang, kommen zum Times Square, sehen das große Gebäude der New York Times und gleich dahinter das berühmte Restaurant „Wolfgangs“. Hier gibt es das Dry Aged Beef – Black-Angus-Steaks der Güteklasse USDA Prime, welches fast vier Wochen bei 0 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit vor sich hin reift. Dies ist der ursprüngliche, urtümliche Reifeprozess, lange bevor man wie heute das Fleisch in Vakuumbeuteln reifen ließ. Während dieser Trockenreifung verliert das Fleisch so bis zu einem Drittel seines Gewichts. Vor dem Braten werden dann noch die trockenen Rinden abgeschnitten, das erklärt den hohen Preis dieses extrem zarten Fleisches.
Kurz entschlossen reservieren wir uns für den Folgeabend einen Tisch. Es ist unser letzter Abend und wir wollen uns doch noch mal was besonderes gönnen.

Es geht zurück bis zum Moma. Dort komme ich doch noch in den Design-Shop und hier finde ich endlich die Gegenstände, die mich so interessieren.



Hier gibt es wirklich coole Dinge, sie eignen sich auch gut als Mitbringsel aus New York. Besonders fand ich eine Tasche eines japanischen Designers, die aus der Oberfläche einer Computertastatur gearbeitet war. Aber auch der Schmuck war wirklich sehenswert.











Auf der Suche nach einem Restroom finden wir uns im Rockefeller-Center wieder. Die Eisbahn ist gut besucht und die Kids und ihre Eltern scheinen sich gut zu amüsieren. An dieser Stelle steht zu Weihnachten immer der wunderbar geschmückte Christbaum, und wenn er das erste Mal erleuchtet wird, kommen viele tausend New Yorker und Touristen und bestaunen den schönen Baum.

Nach einer kleinen Pause im Hotel machen wir uns auf in den Smooker, dem kleinen amerikanischen Pub. Da es das Wetter inzwischen gut mit uns meint, können wir draußen in einem kleinen Innenhof sitzen.



Hier ist es schon reichlich voll und es herrscht eine ausgelassene Stimmung. Ein junger Mann namens Malcolm hat Geburtstag und alle singen ihm ein „Happy Birthday“. Er ist auch der Saxophonist einer kleinen Formation und wir kommen in den Genuss von Lifemusik. Dann kommt das Essen: Spareribs, pulled Pork, Polenta, Bohnen in Tomatensoße. Alles total lecker und wir hauen kräftig rein.


Das Beste des heutigen Tages für mich: Der Moma-Design-Shop

Donnerstag, 24. März

Wir bleiben Rosie treu, fahren dann mit dem Shuttle nach Manhattan. Im Harley Shop kaufen wir eine süße, minikleine Lederjacke für unser Grandchild.

Dann findet Peter endlich seinen Schuhputzer-Laden und lässt sich seine Blue-Suede-Shoes wieder auf Vordermann bringen.

Wir werden gewarnt: wer ihm jetzt noch auf die Schuhe tritt, wird schwer bestraft.
Man sollte sich gut stellen mit der Polizei

Wir machen uns auf in den Bryant-Park. Durch seine zentrale Lage ist der Park eine Sehenswürdigkeit der Stadt New York.

Insbesondere im Sommer finden hier Veranstaltungen auf der Grünfläche statt. Bei diesem Wetter kann man sich das doch schon einigermaßen vorstellen.




Von dort geht es zur Lower Eastside in die Houston Street. Wir finden einen gigantischen Supermarkt. Hier kann man erkennen, wie schön und liebevoll die Lebensmittel angeordnet werden. Die Gemüse- und Obstabteilungen sind sehenswert.



Die große Anzahl der Angestellten macht es möglich. Es gibt hier alles, was das Herz begehrt und so nehmen wir einen kleinen Imbiss, bevor es weiter geht. Wir kommen zum berühmten Restaurant „Katz´s“. Wer jemals den Film „Harry und Sally“ gesehen hat, weiß Bescheid.

Mit dem Bus geht es über die Williamsburg-Bridge und dann hangeln wir uns langsam auf dieser Seite des Flusses zurück bis in die Nähe unseres Hotels.





Dann ruhen wir uns etwas aus bevor wir uns aufmachen ins „Wolfgangs“. Es ist sehr schön, sehr laut und sehr voll. Wir bekommen unseren Tisch, bestellen Rib-Eye-Steak und Filet Mignon, dazu Kartoffeln und grünen Spargel.

Das Essen ist wirklich ein Gaumenschmaus und wir sind sehr zufrieden. Die Preise sind zwar gesalzen, aber die Steaks sind sehr gut und riesig. Die Portion Spargel besteht aus mindesten einem Pfund pro Person. Wir begleichen unsere Rechnung und fahren mit der Subway nach Hause.

Ein Gläschen noch auf dem Zimmer, dann endet unser letzter voller Urlaubstag.


Das Beste des heutigen Tages für mich: Das Essen im „Wolfgangs“ natürlich.

Freitag, 25. März


Nach dem Frühstück ist Kofferpacken angesagt, dann stellen wir die Koffer im Hotel unter und machen uns auf zu einem letzten Spaziergang durch Long Island City. Nachdem wir schon einigermaßen fußmüde sind, finden wir ein kleines italienisches Restaurant. Hier gibt es sehr guten Kaffee, italienisches Eis und leckere Kekse.

Die Inhaberin ist eine supernette Frau mit italienischen Wurzeln und sie erzählt uns eine Menge von ihrer Familie und ihrem Viertel. Dann gibt sie uns noch Tipps für die Fortsetzung unseres Spaziergangs. Wir bedanken uns artig und wollen zahlen. Das lässt sie nicht zu und besteht darauf, uns einzuladen. Wir sind gerührt von ihrer Freundlichkeit.








Wir gehen an die Waterfront, hier ist ein schönes Wohngebiet entstanden und viele Bewohner gehen hier mit ihren Kindern spazieren oder joggen über die Holzplanken, die am Rande des Flusses verlegt sind.






Nachdem das Wetter heute sehr schwül war, ist es nicht verwunderlich, dass es zu regnen anfängt. Wir schaffen es gerade noch, uns in einem Parkhaus unterzustellen. Dort stehen wir zusammen mit einigen Hundesittern, die sich und ihre vielen Hunde ebenfalls vor dem Regen schützen wollen.


Dann geht’s weiter – kleiner Imbiss im Smooker, Hotel, Taxifahrt zum Flughafen, warten, warten. Wir fliegen mit Lufthansa, das ist auch eine Überraschung für uns, weil wir eigentlich United Airlines gebucht hatten. Aber das soll uns Recht sein. Der Flug ist dann auch wirklich ruhig und angenehm und wir landen schließlich in Düsseldorf.


Das Ende unseres New York Urlaubs.
Das Beste des heutigen Tages für mich: die nette Italienerin

Fazit: ein schöner Urlaub, wir haben viel gesehen und erlebt. Allerdings ist zu empfehlen, etwas später im Jahr zu fahren, es ist einfach stimmiger.