Montag, 28. März 2016

Sonntag, 20. März


Wir stehen früh auf und steigen zwei Straßen weiter in die Subway, umsteigen und dann sind wir mitten in Harlem. Angenehme Wohngegend, sehr viele Kirchen in der Nähe. Wir frühstücken sehr gut in einem schönen Restaurant. Gut, aber auch sehr teuer. Dann gehen wir in eine Kirche, der Wilhelmshavener Pastor Moritz hat uns die Adresse gegeben er war schon mit einer Reisegruppe hier. Zunächst erhalten wir an der Tür einen Umschlag mit der Bitte um eine Kollekte. OK, das erledigen wir. Drinnen sitzen schon einige sehr elegant gekleidete Schwarze, Kostüm und Hut sind Standard, das Outfit ist überwiegend sehr bunt.

Uns wird ein Platz zugewiesen, dann füllt sich langsam die Kirche, hinter uns reihen sich weiß gekleidete Frauen auf, vor uns sehen wir den Chor, der sich langsam formiert und anfängt zu singen. „Halleluja, praise the Lord, Halleluja.“ In den Reihen stehen einzelne Leute auf und rufen: „Halleluja“. Alle singen mit, neben uns sitzt eine Frau mit einem Tamborin, singt und schlägt ihr Instrument, niemand stört sich daran. Es wird mit Inbrunst gesungen, nicht nur die Chormitglieder sondern auch die anderen Leute geben alles. Es lässt sich nicht vermeiden, man ist total gefangen in diesem Erlebnis, es rührt einen total an, unsere Augen werden feucht. Selten hat man gesehen, wie Menschen in ihrem Glauben so fest verhaftet sind. Ein wirklich tolles Erlebnis, wir können nur jedem Reisenden empfehlen, sich so etwas anzusehen.
Wir machen einen kleinen Gang durch Harlem, ich finde einen Schuhladen und muss wirklich was Neues probieren, denn meine Füße machen mir zunehmend Probleme und wir wollen ja noch einiges sehen in NY. Also neue Schuhe, ob das nun besser wird, wird man sehen. Danach muss es noch ein Kaffee sein. Leider landen wir dabei in einem schlimmen Drecksloch von Mc Doof.
Weiter geht es zum Moma, ein Wunsch von mir, insbesondere interessieren mich die Design-Exponate aus den 60ern und 70ern Jahren. Die aktuelle Ausstellung befasst sich mit den Arbeiten des Belgiers Marcel Broodthaers, einem frühen Multimediatalent und besteht aus Texten, Fotografien, Objekten und Filmen. Dann kommen natürlich die wunderbaren Bilder der ständigen Ausstellung: Edward Munchs „Der Sturm“, düster und beeindruckend. Drei riesige Seebilder von Monet haben einen eigenen Raum bekommen. Steht man in der Mitte des Raums, schwimmt man in grün-blau-türkis-gelb-Tönen.


Ohne Monet keinen van Gogh: der Sternenhimmel, ein wunderschönes Bild und es ist ein Erlebnis, das Original zu sehen. Man hat den Eindruck, hinter der Leinwand sitzen winzigkleine Wesen, die mit winzigkleinen Scheinwerfern Licht nach draußen schicken.



Und dann geht man um eine Ecke und es flüstert überall im Raum: „Frida, Frida“. Eines ihrer Selbstbildnisse hängt hier und ist in seiner Ausdruckskraft wirklich beeindruckend. Starke Frau, Kämpferin und Frauenrechtlerin und dabei so verletzlich. Ich bedaure, dass meine Tochter nicht hier sein kann. Ihre Sachkenntnis und Interpretationskunst wäre jetzt gefragt. Mit ihr möchte ich mich mal eine Nacht hier einschließen lassen.



Für den Moma-Design-Store bleibt nicht mehr genug Zeit. Wir nehmen den Shuttle ins Hotel, legen eine kleine Pause ein, machen uns dann wieder auf nach Manhattan und essen bei einem kleinen Italiener. Auf dem Rückweg schneit es dicke Flocken und das geht die ganze Nacht so. New York im März.



Das Beste des heutigen Tages für mich: Kann mich nicht entscheiden zwischen Kirchenbesuch und Moma. Beides Highlights

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen